Alle Probleme und Herausforderungen des örtlichen Brandschutzes und der Hilfeleistung sollten vor einer Entscheidung auf fachlicher Ebene mit nachvollziehbaren Lösungsansätzen zwischen der Stadtwehrleitung und der Verwaltung auf Augenhöhe diskutiert werden. Dabei erwarten wir von der Wehrleitung natürlich, dass sie unsere Interessen mit klarer Stimme vertritt und die Sicherheit unserer Bürgerschaft umfassend wahrt. Unsere Wehrleitung hat bisher eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Herausforderungen der Zukunft des örtlichen Brandschutzes und der Hilfeleistung umfassend im Blick hat. Sie besitzt deshalb unser vollstes Vertrauen.
Problem: Mit defekten Kettensägen können wir nicht helfen.
Die Beschlussvorlage zur Funktionsfähigkeit der Kettensägen, die dem Stadtrat am 09.10.2025 vorlag, enthielt nur die einseitige “schöngefärbte” Stellungnahme der Verwaltung. Eine Stellungnahme der Wehrleitung und der Einsatzkräfte fehlte.
Deshalb hier nun unsere Sicht auf das Einsatzgeschehen. Am 26.06.2025 waren mehrere erfahrene Kettensägenführer im Einsatz. Einige haben täglich Umgang mit Kettensägen in ihrer beruflichen Tätigkeit. Über Stunden waren sie bemüht, die zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht funktionstüchtigen Kettensägen wieder in Gang zu bringen, leider erfolglos. In der Stadtratssitzung wurde öffentlich dargestellt, dass die Kettensägen angeblich technisch vollkommen in Ordnung waren. Dies ist wahrheitswidrig und ein Schlag ins Gesicht von erfahrenen, gut ausgebildeten Einsatzkräften unserer Feuerwehr.
Im Rahmen der Einsatznachbereitung erhielten wir Kenntnis davon, dass die Sägen vor diesem Einsatz seit mehreren Monaten nicht genutzt wurden. Sturmlagen treten im späten Frühjahr und Sommer eher selten auf. In diesem Jahr gab es glücklicherweise auch keine nennenswerten Gewitterlagen, die in der Regel von intensiven Sturmböen begleitet werden.
Der Hersteller unserer Kettensägen weist in seiner Bedienungsanleitung darauf hin, dass sämtliche Kraft- und Betriebsstoffe zu entfernen und die Tanks zu reinigen sind, wenn die Geräte mehr als 30 Tage nicht genutzt wurden. Nach der Neubefüllung ist ein Funktionstest vorzunehmen. Diese Handlungen sind nach unserem Kenntnisstand nicht erfolgt und könnten ursächlich für den Funktionsausfall sein.
Der Hersteller schreibt außerdem vor, welche Ersatzteile (Zündkerzen, etc.) zu verwenden sind. Unmittelbar nach dem Einsatz wurde von unseren Einsatzkräften festgestellt, dass vermutlich aus Kostengründen alternative Ersatzteile verwendet wurden. Nach dem besagten Einsatz wurden sämtliche Kleinteile (Zündkerzen, Luftfilter, etc.) gewechselt. Warum war das notwendig? Nach Darstellung der Verwaltung waren die Kettensägen doch zum Zeitpunkt des Einsatzes voll funktionstüchtig.
Dem unvoreingenommenen Betrachter drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Exempel statuiert werden soll, um den Stadtwehrleiter und die beteiligten Einsatzkräfte zu diffamieren und in der Öffentlichkeit als inkompetent darzustellen. Die Vorwürfe gegenüber unserem Stadtwehrleiter und den Einsatzkräften sind in höchstem Maße niederträchtig und werden von uns auf das Schärfste zurückgewiesen.
Für das Machbare streiten
Die finanzielle Situation der Stadt immer im Blick, sind wir als Kameraden auch künftig bereit, bei wichtigen Projekten (z. B. Umbau der Küche) tatkräftig mit anzupacken. Seit einiger Zeit werden uns von der Verwaltung und einigen Stadträten überzogene Forderungen vorgeworfen. Es ist die Aufgabe unserer Wehrleitung gegenüber der Verwaltung zu artikulieren, welche Feuerwehrtechnik benötigt wird, um den örtlichen Brandschutz und die Hilfeleistung auf hohem Niveau sicherzustellen. Im Dialog mit der Verwaltung gilt es dann gemeinsam eine Lösung für das Machbare zu finden.
Problem: Ablehnung unserer ehrenamtlichen Hilfe durch die Verwaltung.
Jahrelang haben wir die Verwaltung beispielsweise bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im öffentlichen Raum (z. B. Spielplätze und Radwege) erfolgreich unterstützt. Unter dem Vorwand einer angeblichen Überlastung der Einsatzkräfte hat die Verwaltung derartige Einsätze schon seit Jahren unterbunden. Die Folge war in diesem Jahr eine mehrmonatige Sperrung des einzigen Spielplatzes in der Ortschaft Susigke. Wir hätten dieses Problem schnell lösen können, aber unsere Hilfe war nicht gewollt.
Außerdem engagieren wir uns seit Jahren auch bei Einsatzlagen über die Stadtgrenzen hinaus, um die Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren zu stärken. Bei Notlagen im Stadtgebiet von Aken bietet dies die beste Gewähr, dass wir dann auch engagierte Hilfe anderer Wehren erhalten. Überörtliche Einsatzlagen sind für uns ein unverzichtbarer Blick über den Tellerrand. Die gewonnenen Erfahrungen helfen uns bei künftigen Einsatzlagen in unserem Stadtgebiet und sind eine besondere Form der unverzichtbaren Weiterbildung.
Problem: Änderung der Geschäftsordnung unter fadenscheinigen Vorwand
Es ist für uns extrem befremdlich, dass sich der Bürgermeister und einige Stadträte von der Anwesenheit einiger noch Einsatzkleidung tragende Feuerwehrkameraden so bedroht fühlten, dass sie gleich die Geschäftsordnung des Stadtrates änderten. Folgt man dem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung, dann handelt es sich um einen einmaligen Vorgang in Sachsen-Anhalt. Im Landtag und Bundestag ist es gängige Praxis, dass uniformierte Bürger (Soldaten, Feuerwehrleute, Polizisten u.v.m.) an den Sitzungen teilnehmen.
Dieselben Personen lassen sich regelmäßig bei Jahreshauptversammlungen und öffentlichen Veranstaltungen mit Feuerwehrleuten fotografieren. Dies soll bei der Bürgerschaft den Eindruck einer engen Verbundenheit zur Feuerwehr suggerieren. Wenn die Betreffenden ehrlich zu ihrer Feuerwehr stehen würden, dann hätte es diese Reaktion im Stadtrat nicht gegeben.
In der Vergangenheit haben Feuerwehrleute an Sitzungen des Stadtrates und seiner Fachausschüsse als Zuschauer teilgenommen. Einzelne Mitglieder haben im Rahmen der Einwohnerfragestunde von ihrem Recht Gebrauch gemacht und Fragen an den Bürgermeister oder den Stadtrat gestellt. Bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen Feuerwehrkameraden gegen die Geschäftsordnung verstoßen haben.
Wer deshalb ernsthaft glaubt, dass er mit derartigen Mitteln unsere Rechte als Bürger beschneiden und unsere eingeschworene Gemeinschaft öffentlich mundtot machen kann, der irrt. So engagiert wie wir uns ehrenamtlich für die Sicherheit der Bürgerschaft einsetzen, so werden wir auch künftig die Kommunalpolitik kritisch begleiten und nicht nur bei Themen des Brandschutzes. Dies ist unser Versprechen.
Kernproblem: öffentliche Diffamierung unseres gewählten Wehrleiters
Die öffentliche Diskreditierung unseres Kameraden und gewählten Stadtwehrleiters Michael Kiel im Zusammenhang mit dem Feuerwehreinsatz am 26.06.2025, sind für uns unerträglich und nicht hinnehmbar.
Der Bürgermeister, als Dienstherr der Feuerwehr, hätte die verdammte Pflicht gehabt, nach besagtem Einsatz das klärende Gespräch mit der Wehrleitung zu suchen. Ziel hätte sein müssen, die aufgetretenen Probleme zeitnah für die Zukunft zu lösen. Dies wurde leider versäumt.
Stattdessen wurde unserer gewählten Stadtwehrleiter öffentlich der Lüge und Falschdarstellung bezichtigt. Per Beschluss hat eine Mehrheit des Stadtrates die Funktionsfähigkeit der Kettensägen festgestellt. Der Beschluss bedeutet, dass die eingesetzten Kettensägenführer unfähig waren, ihre Geräte zu bedienen. Dabei gilt es anzumerken, dass einige der eingesetzten Kräfte fast täglich mit Motorkettensägen beruflich zu tun haben. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang gegen unsere fachlich gut ausgebildeten Einsatzkräfte.
Seit Jahrzehnten nimmt die Feuerwehr beim jährlichen Stadtfestumzug in einem gesonderten Block teil. Als erkennbares Zeichen für unseren Auftrag “Retten-Löschen-Bergen-Schützen” marschieren wir in Uniform, stolz hinter unserem Fahnenkommando. Uns ist nicht bekannt, dass sich jemals am Straßenrand stehende Zuschauer vom Anblick unserer Marschformation eingeschüchtert oder verängstigt gefühlt haben. Stattdessen zeigen sich die Bürger davon beeindruckt, wie viele ehrenamtliche Feuerwehrleute sich für das Wohl und die Sicherheit ihrer Mitmenschen in unserer Stadt einsetzen.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Ziehen Sie unverzüglich das Disziplinarverfahren gegen unseren gewählten Stadtwehrleiter Michael Kiel zurück.
Kehren Sie endlich zu einem fachlich und sachlich fundierten Dialog mit unserer gewählten Stadtwehrleitung zurück. Die Stadtwehrleitung ist jederzeit zu einem fachlichen Gespräch auf Augenhöhe und unter fairen Rahmenbedingungen bereit.
Heben Sie unverzüglich Ihren “Maulkorb-Erlass” gegenüber der Wehrleitung auf.
Beziehen Sie die fachliche Expertise unserer gewählten Stadtwehrleitung bei allen Entscheidungsfindungen zur Weiterentwicklung unserer Feuerwehr sowie zu Themen des Brandschutzes und der Hilfeleistung ein.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Stadträte,
wir sind jederzeit bereit, unsere ganze Kraft auch weit über das normale Maß hinaus für unsere Bürgerschaft zur Verfügung zu stellen. Dabei wollen wir die mit hohen Kosten angeschaffte Feuerwehrtechnik zu jeder Zeit effektiv, sinnvoll und nachhaltig zum Einsatz bringen. Um dies aber tun zu können, muss uns der Träger des Brandschutzes einfach unsere Arbeit, die wir seit über 150 Jahren an 365 Tagen Jahr für Jahr rund um die Uhr ehrenamtlich machen, machen lassen.
Helfen in Not ist unser Gebot! Um auch zukünftige Herausforderungen meistern und für die Sicherheit unserer Bürgerschaft sorgen zu können, benötigen wir jetzt Hilfe.
Seit 150 Jahren und in Zukunft - EHRENAMTLICH, MOTIVIERT, ENGAGIERT!
Die Unterzeichner
C
CarstenFantastisch. Als in Aken aufgewachsener Mensch stehe ich im Geiste absolut hinter der örtlichen Feuerwehr. Ich wünsche mir, dass die Kollegen und Kolleginnen der FFW auch in Zukunft uneingeschränkt helfen dürfen.